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Erzählungen

Kaffee ist in Äthiopien sehr verbreitet und seine Zubereitung folgt einem präzisen, ausgefeilten und faszinierendem Zeremoniell. 

 

Die Kaffeezeremonie
Nachdem man ein typisches äthiopisches Gericht mit Injera und Wot verspeist hat, beginnt eine der Frauen des Hauses das Ritual.
Sie streut frisches Gras auf den Boden, um in den Raum den Duft und die Frische von draußen zu bringen.Sie setzt sich in einer Ecke auf einen Hocker, neben einem Kohlenbecken, und zündet Weihrauch an, der zu der reizenden Stimmung beiträgt.Meistens bereitet sie etwas zum Naschen zu und verteilt es unter den Gästen.Dann beginnt sie die grünen Kaffeebohnen zu rösten, die sie in einer Hohlschüssel hin- und herbewegt, um sie gleichmäßig zu rösten.  Wenn die Bohnen gut geröstet sind, kehrt sie an den Tisch zurück und lässt die Schüssel vor jedem Gast kreisen, damit er den angenehmen Duft riechen kann; anschließend geht sie in den Außenteil des Hauses, wo sich die Küche befindet.  Von innen hört man die Geräusche von Mörser und Stößel, mit denen sie die Bohnen zu Pulver zermahlt.
Die Frau erscheint wieder mit der traditionellen „Jebena“, einem Tonkrug in runder, bauchiger Form mit langem seitlichen Hals, der mit einem Schnabel endet.  Nachdem sie das Wasser des Krugs auf dem Kohlenbecken erwärmt hat, fügt sie den gemahlenen Kaffee hinzu und bringt alles zum Kochen.  Dann gießt sie das Getränk in die Mokkatassen ohne Griff, fügt Zucker hinzu und häufig einen Zweig Raute.  Nun ist der Kaffee servierbereit.Wenn alle getrunken haben, sammelt die Frau die Tassen ein, füllt frisches Wasser in den Krug und bereitet die zweite Runde mit den gleichen Bohnen zu.
Die Tradition sieht vor, dass auch eine dritte Runde zubereitet wird, falls die Gäste dies wünschen.
In Äthiopien sagt man, dass die erste Runde - die stärkste - für die Väter, die zweite für die Mütter und die dritte für die Kinder sei.
 
 
Die Cafeteria
Die allererste Cafeteria wurde 1554 in Konstantinopel eröffnet.
 
In Europa wurde 1659 ein Café in Marseille und 1679 in Hamburg eröffnet.
 
In Venedig war die Pflanze anfangs als Arzneimittel bekannt (dank dem Arzt und Botaniker Prospero Alfino), aber bald bereitete man aus ihr das angenehme Getränk zu: 1683 wurde dann (nach Meinung einiger bereits 1640 oder sogar 1615) auf dem Markusplatz, unter den Arkaden der Prokuratien, das erste Kaffeehaus eröffnet.

1683 wurde das erste Wiener Kaffeehaus eröffnet.Die Legende erzählt, dass die Türken, als sie die Belagerung von Wien aufgaben, auf der Flucht viele Säcke Kaffee zurückließen.  Nicht durch Zufall ähnelt die Zubereitung des Wiener Kaffees sehr der türkischen Methode: der einzige Unterschied besteht darin, dass der Kaffee gefiltert wird.
Von da an entstanden überall in der Stadt neue Kaffeehäuser (1763 zählte man bereits 218!), die zu einem Treffpunkt wurden, um Geschäftsangelegenheiten zu besprechen oder einen Plausch zu halten.

Im Verlauf des 17. Jh.s verbreitete sich in Italien und im ganzen alten Europa „der Kaffeeritus“: es entstanden Literaturcafes und rund um den Kaffee nahmen die großen künstlerischen und kulturellen Strömungen, die die Geschichte unseres Kontinents bestimmt haben, Leben an.

„Dieses kostbare Getränk, das im ganzen Körper eine heitere Erregung verbreitet, wurde ‚intellektuelles Getränk’ genannt, Freund der Literaten, Wissenschaftler und Poeten, da es, die Nerven aufrüttelnd, die Ideen erhellt, die Vorstellung lebhafter macht und die Gedankenfolge beschleunigt.“  (Pellegrino Artusi)
In der Bewegung der Aufklärer traf der Kaffee auf große Zustimmung.Viele berühmte Aufklärer waren große Kaffeetrinker, der ihnen dabei half, wach zu bleiben und sie auf lange Debatten vorbereitete.  Im Jahr 1700 rühmte sich der Philosoph Voltaire damit, fünfzig Tassen Kaffee am Tag zu trinken.  1842 gestand der Romancier Honoré de Balzac, mehr als dreitausend Tassen Kaffee in den Jahren getrunken zu haben, in denen er die „Die menschliche Komödie“ schrieb. 
Zur Zeit der französischen Revolution waren die Cafés Orte, wo man vor allem über Politik sprach und wo die Revolutionäre Pläne und Vorschläge ausarbeiteten.  Die französischen Cafés wurden „die sprechende Presse der Revolution“ genannt, und jedes Lokal zeichnete sich durch eine politische Richtung aus.Die Ideen eines Mannes wurden in der Tat nach dem Café beurteilt, das er frequentierte.

Der Kaffee war auch der Namensgeber für die erste italienische Zeitschrift, ins Leben gerufen von einer Gruppe lombardischer Aufklärer, darunter die Brüder Verri, Cesare Beccaria und andere Mitglieder der „Akademie der Fäuste“.Auf den Seiten von „Il Caffè“ wurden Argumente verschiedener Art behandelt: von den Wissenschaften zu den Künsten und dem sozialen Leben.

Auch die Türken verbanden den Kaffee mit intellektueller Tätigkeit, sodass die ersten Cafés „Schulen der gebildeten Menschen“ oder „Schulen des Wissens“ genannt wurden.

Das Café Greco war ein berühmtes Lokal, Zentrum des künstlerischen Roms zu Ende des 18. und 19. Jh.s.
Jeder fremde Künstler drang bis dort vor, um seine „Weihe“ zu beantragen.

Der neue Brauch breitete sich schnell in ganz Italien aus: in Turin, Genua, Mailand, Florenz und Rom entstanden Cafés, die berühmte und wichtige kulturelle Zentren wurden, Treffpunkte von Schriftstellern, Politikern und Gelehrten jeder Zeit.
 
Die Kaffeekanne
Die erste Kaffeekanne ist die aus Äthiopien stammende Jebena.
In der Türkei finden wir hingegen den Ibrik, mit dem der Kaffee zubereitet und serviert wird.Es handelt sich dabei um einer Kocher mit breiter Basis und sehr engem Hals, der im westlichen Europa nie auf Sympathie gestoßen ist.
Der Kocher aus Bagdad wird als Vorgänger der europäischen Kaffee- bzw. Espressokanne angesehen:  ein Metallkrug mit Tülle, Deckel und gebogenem Griff … einen gebogenen Ausguss findet man bei den ersten englischen Kaffeekannen in den Coffee Houses.
Die wirksamste Methode zur Kaffeezubereitung bestand vom 14. bis 18. Jh. darin, den Kaffeesatz aufzukochen.
Das Hauptproblem bestand darin, den Satz vom Getränk zu trennen.In Frankreich entwickelte man eine Infusionsmethode: man gab das Pulver in ein Stoffsäckchen und tauchte es, an eine kleine Schnur gebunden, in die Kaffeekanne.  Die Behälter nahmen den Namen Samowar an.Sie wurden von drei Füßen getragen, die Platz für einen kleinen Kocher ließen.Die Samowar waren aus Messing, Zinn oder Kupfer und wurden in öffentlichen Lokalen und wohlhabenden Familien viel verwendet.  
Mit der Verbreitung von Majolika- und Töpferwaren wurden die alten Metall- oder Glasbehälter mit weißen oder verzierten Gefäßen aus diesem Material ersetzt, das angenehmer aussah und weniger kostete. 
Später entstand die „Kaffeekanne mit Filter“, sie hatte eine einfache Form und war in zwei Teile unterteilt; zu diesem Zeitpunkt erschien auch der zentrale Filter.
Es war der Pariser Morize, der 1819 eine umdrehbare Version der Kaffeekanne entwickelte.Diese bürgerte sich auch in Italien ein; wahrhaft große Beliebtheit löste dann allerdings die „Napoletana“ aus Blech oder Zinn aus, sehr schlicht in ihrer Ausführung, aber was den Zweck betrifft von großer Wirksamkeit.  Letztere wurde die unbestritten beliebteste Art der Kaffeezubereitung.
Mit dem Anbruch der Elektrizität entstanden neue Maschinen ... z.B. für den Espresso-Kaffee.Italien hatte, dank dem Ingenium von Männern wie Desiderio Pavoni und Luigi Bezzera, eine Hauptrolle bei der Herstellung dieser Maschinen, die bald und bis zum heutigen Tag auch für den häuslichen Gebrauch hergestellt wurden.
Unter allen „auf dem Feuer“ zu verwendenden Kaffeemaschinen geht die namhafteste Würdigung sicher an die „Moka Express“, eine vor dem zweiten Weltkrieg von Alfonso Bialetti erfundene und in den Handel gebrachte Espressokanne.

 

 

 
   
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